ComeOn, Pate! #8

Heimsiege sind schön

Von Wettpate Moritz Fischer

Samstag, 15.12.2018, 14:00 Uhr: SV Meppen – 1. FC Kaiserslautern (Heimsieg Meppen, Quote 2,40)

Dieses Spiel hat es in sich. Wie im Bericht der vergangenen Woche erwähnt, wurde Michael Frontzeck nach der 0:5-Niederlage bei der SpVgg Unterhaching entlassen und mittlerweile von Sascha Hildmann beerbt, der wiederum erst im Laufe der aktuellen Saison bei der SG Sonnenhof Großaspach seinen Hut nehmen musste. „Es ist für mich das Größte, hier Trainer zu sein“, gab er bei seiner Vorstellung zu Protokoll. Das kauft man ihm ab, da er als gebürtiger Lauterer in der Region tief verwurzelt ist und seine enge Bindung zum FCK somit auf der Hand liegt.

Unter Druck steht aber vor allem Sportvorstand Martin Bader. Er war es, der sich für Michael Frontzeck entschieden hat (davor haben beide gemeinsam in Hannover gearbeitet) und bewusst mit ihm den voraussehbaren Weg in Liga drei ging. Der einzige Trumpf der letzten Katastrophensaison in der Pfalz war die Tatsache, dass der Abstieg lange absehbar war und man sich demzufolge früh darauf einstellen konnte. Dieser Trumpf ist mit der Entlassung nun endgültig verspielt und die Entscheidung des Rausschmisses ein sportliches Eingeständnis.

Es liegt also auf der Hand, dass selbst die langfristig ausgerichteten Entscheidungen keinen Erfolg brachten. Um diese Missführung aber ein wenig zu kaschieren, versucht Bader mit seinem neuen Mann an der Seitenlinie die emotionale Schiene zu fahren. Wie gut das klappt, zeigen weinende Grundschüler nach mittelmäßigen Vorträgen in Deutschland, ohne dabei die genaue Zahl zu kennen, jede Woche aufs Neue. Am Ende wird dann eben doch ein Auge zugedrückt und die Beurteilung fällt deutlich milder aus. Genau diesen Effekt erhofft sich Martin Bader wahrscheinlich auch.

Sportlich ging es für Sascha Hildmann und seine Jungs eher durchwachsen los, als man sich im ersten Heimspiel unter ihm torlos von den Würzburger Kickers trennte. Auch wenn er in den paar Tagen zuvor kaum die Chance hatte, grundlegende Abläufe nach seinen Vorstellungen einzustudieren, hätte man den FWK durchaus schlagen müssen. Wie leicht man in der Pfalz zu begeistern ist, zeigte der erste Spieltag gegen 1860, als über 40.000 Leute ins Stadion kamen. Letztendlich liegt es aber an der Mannschaft, auch genau dieses Gefühl zu vermitteln und leistungsmäßig auf den Platz zu bekommen. Das gelang letzte Woche nur bedingt.

Nun reist man am Samstag ins Emsland an die holländische Grenze zum SV Meppen und muss das Spiel gewinnen. Wenn das nicht gelingt, ist der erwünschte Effekt fürs Erste schon wieder verpufft und die Emotionen könnten schneller vom Positiven ins Negative umschlagen als man denkt, so geduldig sich die Lauterer Fans in den vergangenen Wochen auch zeigten.

Am Ende wird der SV Meppen genau das ausnutzen, da sie sich zuletzt mit sieben Punkten aus drei Spielen erstmal Luft im verschafft haben und nach Siegen gegen die direkte Konkurrenz nun sogar über dem Strich stehen. Mit einem Sieg werden sie am FCK vorbeiziehen und ihn gleichzeitig erstmals ernsthaft mit der Abstiegszone in hauchdünne Distanz bringen. Dann liegt es am in Großaspach erst in diesem Jahr gescheiterten Hildmann zu zeigen, ob er es auch fachlich drauf hat.

 

Sonntag, 16.12.2018, 13:30 Uhr: FC Ingolstadt – 1. FC Heidenheim (Heimsieg Ingolstadt, Quote: 2,10)

„Es gibt Menschen wie Pep Guardiola, die trinken abends heimlich ihre Cola. Doch es gibt einen Spezialisten für das Bier und das ist der Trainer vom FC S04.“ Dieses musikalische Meisterwerk, das zu Schalker Zeiten über Jens Keller, den heutigen Trainer der Schanzer, komponiert wurde, ist für alle, die es noch nicht kennen, bei YouTube unter „Jens Keller Bier Song“ zu finden und sehr zu empfehlen. Dass er nicht nur ein Spezialist für das Bier, sondern auch für erfolgreichen Fußball ist, hat er sowohl bei den Königsblauen als auch bei Union Berlin bis zu seiner überraschenden Entlassung gezeigt. Er konnte sich und seiner Arbeit eigentlich wenig vorwerfen und wurde dennoch zweimal geschasst.

Er selbst bezeichnet den FC Ingolstadt als einer der drei bis vier interessantesten Vereine der zweiten Liga und wird auch dort wieder mit Sicherheit erfolgreich arbeiten. So gut die infrastrukturellen Rahmenbedingungen auch sein mögen, haben sie kurzfristig eher überschaubaren Wert. Die Hauptaufgabe ist zunächst, diesen teuren Kader mit Bundesligaambitionen von der Verunsicherung zu befreien, um erstmal vom Tabellenende wegzukommen. Daher unterzeichnete Keller auch einen Vortrag bis Saisonende, der einzig und allein der Mission Klassenerhalt gilt.

Der kommende Gegner aus Heidenheim träumt von mehr. Die Truppe von der Brenz wurde vom dienstältesten Trainer im deutschen Profifußball, Frank Schmidt, aus der Oberliga in die zweite Bundesliga geführt, in der man sich in den letzten Jahren nun mehr als etabliert hat. Man möchte in den nächsten Jahren nun den nächsten Schritt gehen, ohne das Wort „Bundesliga“ dabei zu laut auszusprechen, rangiert derzeit vielversprechend auf Platz sechs und hat nur zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Neben Trainer Schmidt an der Seitenlinie ist Marc Schnatterer der Garant auf dem Platz für den sportlichen Erfolg. Er schießt alle Standards, bereitet die meisten Tore vor und erzielt sie selbst. Beim 4:1 gegen Duisburg war er erneut an zwei Buden direkt beteiligt. Nur Simon Terodde war mit seinen komplett wahnsinnigen zwanzig selbst erzielten Toren und drei Vorlagen in der Liga erfolgreicher als Schnatterer (7 Tore, 8 Vorlagen). Es gibt wohl kaum Spieler, auf die das Wort „Lebensversicherung“ so sehr zutrifft. Je wichtiger ein Kicker, desto schmerzhafter sein Ausfall und genau dazu ist es jetzt gekommen. Rudelführer „Schnatti“ kann sich in aller Seelenruhe und den Kauf der Weihnachtsgeschenke konzentrieren, da das Fußballjahr für ihn gelaufen ist.

Wie sehr dieser aufstrebende Verein aus dem beschaulichen Heidenheim von seinem besten Mann abhängt, wird das kommende Spiel gegen Ingolstadt zeigen, da es das erste in diesem Jahr ohne ihn sein wird. Jens Keller wird dabei in gewohnt grimmiger Manier am Seitenrand stehen und seine perfekte eingestellte Mannschaft zum Sieg grummeln. Wenn die Konkurrenz mitmacht, ist es gleichbedeutend mit dem Verlassen des letzten Tabellenplatzes und es ist im Anschluss erstmal Highlife in Bayern angesagt. Oder aber „Jens Keller, Jens Keller zieht sein Bier immer schneller“, wie es im eben genannten Chanson von „Ein Könich“ besungen wird.

Hoch die Hände, weg vom Tabellenende. Beziehungsweise: No Keller -> Keller, Keller -> No Keller.

 

Sonntag, 16.12.2018, 18:00 Uhr: Eintracht Frankfurt – Bayer 04 Leverkusen (Heimsieg Frankfurt, Quote: 2,45)

Es gibt wohl keinen Verein, der den Cup der Loser, der offiziell „Europa League“ heißt, mehr abfeiert als die Frankfurter Eintracht und somit beste Werbung für den deutschen Fußball macht, sowohl auf als auch neben dem Platz. Die Euphorie war bis vor kurzem noch kaum zu bremsen, als Olympique Marseille mit 4:0 zurück nach Frankreich geschossen wurde. In der Liga setzte man sich ebenfalls ganz oben fest und galt als einer der ärgsten BVB-Verfolger. Nun folgten aber zwei Niederlagen gegen Wolfsburg und Hertha, sodass wieder ein bisschen mehr Realismus in Hessen Einzug gehalten hat.

Zum Abschluss des Spieltags am Sonntagabend gastiert der SV Bayer 04 Leverkusen in Frankfurt. Das Spiel verspricht im Vorhinein recht viel, da die SGE natürlich wieder zeigen möchte, weshalb sie in Europa und auch in der Liga immer noch, trotz der beiden Pleiten, so gut dar steht. Leverkusen will den Anschluss nach oben nicht komplett abreißen lassen und ist eigentlich zum Siegen verdammt.

Am Ende wird die Eintracht das Spiel gewinnen, da sie vor den eigenen Fans spielt und vielleicht auch einfach mal zwei Spiele zum Verschnaufen brauchte. Hätte Luka Jovic den Elfmeter in Berlin bekommen, stünde am Ende ein 1:1 und dieser negative Einschlag würde sich ganz anders lesen beziehungsweise wäre gar keiner.

Adi Hütter war mit seiner Mannschaft selbst Schuld, die Messlatte so hochzulegen und elf Spiele in Folge nicht zu verlieren. Solche Serien sollten aber trotzdem nicht der Gradmesser sein und nichts daran ändern, dass der Tabellenvierte den strauchelnden Tabellenelften im eigenen Stadion schlägt. Heiko Herrlich gehen danach dann so langsam die Argumente aus und auch die tobende „Tante Käthe“ sollte vielleicht schon mal links und rechts nach einem Nachfolger Ausschau halten.

 

Die ComeOn-Quoten für den Wettpaten im Überblick:

Bis nach Meppen – und doch nichts zu holen! Heimsieg SVM, Quote: 2,40

Der Keller-Effekt! Heimsieg Ingolstadt, Quote: 2,10

Beflügelt durch Europa gibt es einen Dreier zu Hause gegen Leverlusen. Heimsieg Frankfurt, Quote: 2,45

Gesamtgewinn bei 10€ Einsatz: 117,23€

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