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Ein Sieg für die Fans

Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Gruppenspielen war das Vorrundenaus bereits beschlossen. So ging es für das deutsche Team im letzten Gruppenspiel allein um die Ehre und darum, allen, aber vor allem den mitgereisten Fans einen versöhnlichen Abschluss dieser Europameisterschaft zu bescheren.

Zum ersten Mal im Turnier spielte das Team um Kapitän Tigin Yaglioglu dabei, wie man es sich bereits in den Spielen zuvor wünschte: Kein Spieler ging einem Zweikampf aus dem Weg, taktisch stand man vor allem in der Defensive sehr diszipliniert und auch Offensiv konnte man einige Akzente setzen. Dies gelang kurz vor Schluss (36.) unserem Rekordtorschützen Florian Thamm am besten, der einen Konter durch die Beine des polnischen Torwarts zum viel umjubelten 1:0 in die Maschen beförderte.

Gegner im Blickpunkt: Ukraine

Unser heutiger Gruppengegner Ukraine ist in der EMF ein noch relativ unbekanntes Gesicht, das erst zum zweiten Mal bei einer Europameisterschaft dabei ist. Der drittletzte Platz in der EMF-Rangliste hat dabei aber nur bedingte Aussagekraft, da zwar alle Gruppenspiele bei der EURO 2016 verloren gingen, jedoch stets knapp. So unterlag die Ukraine im ersten Spiel dem späteren Halbfinalisten Bosnien & Herzegowina nur mit 1:2, im zweiten unserem Achtelfinalgegner Slowakei ebenfalls nur mit 0:1.

Dabei setzt die Ukraine in diesem Jahr lediglich auf vier Akteure aus dem letzten Jahr, ist jedoch erneut „nur“ mit insgesamt zehn Spielern dabei. Dies machte sich angesichts der hohen Temperaturen auch im Spiel gegen Polen (0:2) mit zunehmender Spielzeit bemerkbar, in dem sichtlich konditionelle Schwierigkeiten auftraten.

Fakt ist: Im Vergleich zu unserem Spiel gegen Bulgarien muss am heutigen Abend eine klare Steigerung her, unabhängig vom Gegner. Ab 18:00 Uhr könnt ihr das Spiel gegen die Ukraine wie gewohnt auf sportdeutschland.tv verfolgen.

 

 

 

Gegner im Blickpunkt: Bulgarien

Bulgarien ist derzeit die Nummer 23 im EMF-Ranking und konnte sich bei den vergangen drei Europameisterschaften nicht für die K.O.-Runde qualifizieren, scheiterte allerdings im vergangenen Jahr nur knapp in der Gruppenphase. Im letzten Gruppenspiel war unser diesjähriger Gruppengegner der Sensation gegen den späteren Drittplatzierten Tschechien denkbar nahe, bevor der Favorit in der 39. (von 40) Spielminute den 1:0 Siegtreffer erzielen konnte.

Trainer der bulgarischen Nationalmannschaft ist der frühere Kapitän Nikolay Mihov, der sein Team bei der miniEURO 2012 in Moldawien bis ins Viertelfinale führte. Neben ihm sind auch Torwart Alexander Alexandrov, und Daniel Nesterov bereits 2012 dabei gewesen. Stürmer Christo Chalakov sowie drei weitere Spieler spielen in der Heimat für den früheren nationalen Meister im Kleinfeldfußball VIP DENT aus Plovdiv. Für sie ist es bereits die dritte Europameisterschaft nach 2013 und 2014.

Die letzten sechs Ergebnisse Bulgariens im Überblick:

2016

vs. Tschechien 0:1
vs. Portugal 2:1
vs. Wales 1:4

2015

vs. Rumänien 0:3
vs. Schottland 2:5
vs. Serbien 2:2

Gelungene Generalprobe

Deutschland gewinnt den Baltic Nations Cup 2017

In guter Verfassung zeigte sich das deutsche Kleinfeldfußball-Nationalteam drei Wochen vor der Europameisterschaft. Im letzten Jahr lief das Vorbereitungsturnier in Witten noch nicht optimal, doch in Riga lieferte das Team eine gute Leistung ab. So zeigte sich auch Bundestrainer Marc Müller zuversichtlich: „Ich bin grundsätzlich zufrieden mit dem, was die Jungs hier abgerufen haben. Wir wollten uns weiter einspielen und das Turnier gewinnen. Beides hat geklappt. Insgesamt ist die Vorbereitung deutlich intensiver gewesen als im vergangenen Jahr, sodass ich mit einem guten Gefühl ins Turnier gehe“.

Die deutsche Mannschaft hatte sich fünf Mal am neu geschaffenen Stützpunkt 37 in Göttingen getroffen und scheint nun sehr gut gerüstet für das wichtigste Kleinfeldfußball-Turnier des Jahres. Im ersten Spiel gelang ein 3:1 gegen Litauen, einen Tag später dann ein 4:0 gegen Estland und zum Abschluss reichte ein 1:1 gegen den Gastgeber Lettland zum Turniersieg. Mit dem Ablauf zeigte sich auch Teammanagerin Julia Colter zufrieden: „Die Organisation vor Ort war auf hohem Niveau und so konnten wir uns vollständig auf das Sportliche konzentrieren. Das Trainerteam hat nun die schwere Aufgabe, aus den 15 mitgereisten Spielern die 12 auszuwählen, die in Tschechien für uns am Ball sein sollen.“

Am 7.06. bricht das Team nach Brno auf, wo am 10.06. um 18 Uhr MEZ das erste Gruppenspiel gegen Bulgarien auf dem Programm steht.

 

Auftaktsieg gegen Litauen

Deutschland schlägt Litauen mit 3:1. Bundestrainer Müller sieht noch Luft nach oben: „Für das erste Spiel war das in Ordnung aber wir können deutlich besser spielen.“

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoals
Deutschland213
Litauen011

„Wir müssen den nächsten Schritt machen“

Vor dem Baltic Cup in Riga sprachen wir mit unserem Bundestrainer Marc Müller über seine Erwartungen an die bevorstehende Generalprobe.

Coach, heute in genau drei Wochen geht es zur Europameisterschaft. Kribbelt es schon?

„So langsam geht es los. Es ist unfassbar, wie schnell die Zeit wieder vergeht. Die EM ist in diesem Jahr deutlich früher, sodass man innerlich noch auf einen späteren Zeitpunkt eingestellt ist, so wie in den vergangenen fünf Jahren. Ich bin aber sicher, dass spätestens, wenn wir morgen die ganze Truppe am Flughafen treffen, jedem schlagartig bewusst wird, dass das Turnier vor der Tür steht. Die Vorfreude ist in jedem Fall riesig.“

Woher leitest du diese große Vorfreude ab?

„Es gibt zwei Faktoren: Zum einen ist die EMF EURO an sich ein großes Erlebnis und wenn man so lange dabei ist wie wir, dann kennt man einfach viele Leute aus den anderen Verbänden und freut sich auf ein großes Wiedersehen. Die Atmosphäre bei diesem Turnier ist immer einzigartig. Zum anderen haben wir sportlich einiges vor und durch die Etablierung des Stützpunktes in Göttingen auch eine gute und intensive Vorbereitungszeit hinter uns, sodass wir uns – Stand jetzt – besser vorbereitet fühlen als zum gleichen Zeitpunkt 2016.

Du hast den Stützpunkt angesprochen. Fass doch mal deine Erfahrungen der vergangenen Monate am Stützpunkt zusammen.

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Von Lehrgang zu Lehrgang haben wir die Qualität steigern können und viele Dinge automatisieren können, für die uns sonst die Zeit fehlt. Durch die vielen Maßnahmen hat jeder auch eine gewisse Anzahl an Einheiten absolvieren können, sodass niemand einen Kaltstart hinlegen muss wie beispielsweise Dominic Reinold im vergangenen Jahr. Wir fangen nicht mehr bei Null an und können jetzt, wo es in die heiße Phase geht, auf den erarbeiteten Dingen aufbauen.“

Dominic Reinold avancierte trotz wenig Vorbereitung 2016 zum Leistungsträger im deutschen Team und sicherte sich sogar die Torjägerkanone. Foto: Kaul Fotografie

„Welchen Anteil hatte der fest installierte Standort an den erfolgreichen Lehrgängen?

„Einen unheimlich großen. Es ist einfach ein Unterschied, wenn du ein vertrautes Umfeld vorfindest und dich schon ein bisschen heimisch fühlst. Dadurch war es bei der Nationalmannschaft immer wie in der Wohlfühloase, was sich am Ende auch positiv auf die Leistung auf dem Platz auswirkt. Und mit dem Freizeit In haben wir auch einen Partner, der mehr als nur eine Dienstleistung zur Verfügung stellt, sondern uns an allen Ecken und Enden unterstützt und uns auf einer Ebene höchster Professionalität hilft.“

Nach dem Stützpunkt ist vor der EM. Kommen wir zum Baltic Cup. Was sind deine genauen Erwartungen?

„Zunächst sind wir sehr froh, die Gelegenheit zu bekommen, an diesem Turnier teilzunehmen und bedanken uns auf diesem Wege für die Einladung. Der Zeitpunkt ist aus meiner Sicht ideal, weil wir kurz vor dem Turnier sind, aber im Anschluss immer noch drei Wochen Zeit haben, gewisse Dinge zu korrigieren. Was das Sportliche angeht ist klar: Wir müssen den nächsten Schritt machen! Es nützt nichts sich darüber zu freuen, dass wir monatelang auf die EM hingearbeitet haben, wenn wir jetzt nicht die Chance ergreifen, uns einzuspielen und auf den bisher erarbeiteten Dingen aufzubauen. Daher habe ich – unabhängig von den Ergebnissen – eine hohe Erwartungshaltung an meine Mannschaft. Kein Spieler kann sagen, er wisse nicht was er zu tun habe. Ich möchte Dinge erkennen, die wir in den Trainingseinheiten erarbeitet haben. Jetzt gilt es, unter richtig guten Wettkampfbedingungen die nächste Entwicklungsstufe zu nehmen.“

Also ist der Turniersieg das erklärte Ziel?

„Wir wollen immer gewinnen wenn wir auf den Platz gehen. Und natürlich sollten wir Estland, Litauen und Lettland spielerisch überlegen sein. Dennoch ist das Ergebnis nicht so super entscheidend, weil wir immer noch in einer Entwicklungsphase sind. Das einzige Resultat, das zählt, ist jenes vom Spiel gegen Bulgarien am 10.06. Aber klar, es lässt sich deutlich mehr Selbstvertrauen und Euphorie aufbauen, wenn wir den Baltic Cup gewinnen.“

Wie ist die personelle Lage?

„In Riga haben wir 15 Spieler am Start, die unserem Gesamtkader angehören. Jeder dieser 15 hat sich seinen Platz verdient und selbst wenn es nicht für den finalen 12er-Kader reicht, sind alle Jungs dem Team zugehörig und auch für die EM gemeldet. Ein paar Spieler der vergangenen EM sind nicht mehr dabei, weil sie nicht an den Vorbereitungsmaßnahmen teilnehmen konnten. Das ist sehr schade, aber es hätte auch nicht geholfen ohne Vorzubereitung dabei zu sein. Jetzt haben wir 15 Jungs, die brennen und sich in den vergangenen Monaten entwickelt haben.“

Über die Entwicklung welcher Spieler freust du dich am meisten?

„Das kann man natürlich schwer sagen, weil jeder Spieler besser werden muss und es bei jedem wichtig ist, dass das gelingt. Bei meinen erfahrenen Spielern weiß ich, was ich an ihnen habe und freue mich immer wieder aufs Neue, mit welcher Begeisterung und welcher Motivation sie stets bei uns auflaufen. Und dass auch sie sich verbessern wollen. Bei den „Neuen“ ist sehr interessant zu sehen, wie schwer ihnen die Umstellung zunächst auf dem kleinen Platz fällt, sie sich dann aber doch schnell akklimatisieren und anpassen. Ein Arne Düber ist ein gutes Beispiel: In den ersten Einheiten hat er noch große Probleme und einige Stockfehler im Spiel gehabt. Mittlerweile spielt er, als würde er seit Jahren nichts anderes machen, weil er sich aber auch komplett darauf eingelassen und an sich gearbeitet hat.“

Arne Düber zeigte eine gute Entwicklung und darf sich Hoffnungen auf den finalen Sprung unter die letzten 12 Spieler machen. Foto: Kaul Fotografie

Gibt es Sorgenkinder?

„Kim Sippel und Florian Graberg sind nach ihren schweren Verletzungen bzw. operativen Eingriffen noch nicht auf dem Stand, dass sie morgen ein EM-Spiel machen könnten. Da müssen wir sehen, ob die Zeit reicht. Daniel Witek wird sich da aber in Riga intensiv drum kümmern und dann warten wir es einfach ab. Ansonsten haben wir keine größeren Probleme, sodass wir nahezu aus dem Vollen schöpfen können.

Wenn wir also abschließend zusammenfassen: Du siehst uns gut gerüstet für die EM?

„Prinzipiell ja. Wir haben allerdings im vergangenen Jahr in der Zeit vor Ort in Ungarn das Optimum rausgeholt in Sachen Einstimmung und Vorbereitung. Wir dürfen nicht den Fehler machen und glauben, dass wir jetzt in der finalen Phase etwas weniger machen könnten, nur weil unsere Vorbereitung bis hierhin ganz gut war. Wir dürfen nicht nachlassen, denn eine EM ist einfach kein Zuckerschlecken, wenn du erfolgreich sein willst. Aber wie gesagt, grundsätzlich sind wir im Plan. Die Frage beantworte ich nach dem Baltic Cuo aber gerne noch einmal.“

Vielen Dank Coach und einen erfolgreichen Baltic Cup!